Museumsführer
Museumsführer
Museumsführer, Museum Festung Kniepass

Im Jahr 1991 wird die Festung Kniepass vom Land Salzburg dem Museumsverein Festung Kniepass vertraglich für 25 Jahre als Pachtleihe zur musealen Nutzung zur Verfügung gestellt.
Geschichte Festung Kniepass
1350 wird die Saalachenge „chniepoz“ genannt. Ob dort ein Wachtturm stand ist offen. (Seit 1224 sind die ehemaligen bayerischen im Pinzgau dem Erzstift Salzburg angegliedert.)
Unter Markus Sittikus, 1614, wird die beim Rosskogelhang nahe der Saalach die auf einer Hangbrücke verlaufende Straßentrasse, verbunden mit schwierigen Felssprengungen, höher gelegt. Diese Baumaßnahme erfolgt nach den Plänen von Santino Solari, Hofarchitekt des Erzbischofs. Eine Marmortafel (heute unter Denkmalschutz) erinnert diesen Straßenbau.
Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges wird 1642/48 unter dem Fürsten der Erzstiftes Salzburg Erzbischof Paris Lodron eine Festungsanlage mit einem Torgebäude, einem Mannschaftsgebäude und einer Umfassungsmauer errichtet. An der Nordseite der Mauer zeigt ein steinernes Wappen den Erbauer und darunter das Jahr der Fertigstellung 1648 an. Das Erzstift bleibt vom Krieg verschont. (Jahre zuvor lässt der Landesherr beim Steinpass ein Straßentor erbauen).
1707 soll die Festung, wie andere überflüssig gewordenen Verteidigungsanlagen, abgetragen werden.
Doch ab 1701 ist die Festung bis zur „Franzosenzeit“ von Familien bewohnt, davon sind die Männer vornehmlich Militärs. Genannt sind: ein Kapitänleutnant am Salzburgischen Pass Strub, ein Hochfürstlicher Salzburger Feldwebel am Pass Strub, ein Korporal am Kniepass, Dragoner, ein Gefreiter und ein Soldat am Steinpass. Von 1776 – 1794 wohnen dort ein Hochfürstliche Jäger und ein ebensolcher Waldmeister.
Nachdem der Hofkriegsrat des Erzstifts in den 90er Jahren des 18. Jhd. die Pass- und die Verteidigungsfunktion aufhebt, soll das Areal verkauft werden.
In den „Franzosenkriegen“ 1800, 1805 und 1809 ist der Grenzraum Unken Schauplatz heftigen Kämpfe gegen die von Bayern eindringenden Truppen Napoleons und der königl. bayerischen Soldaten. Die Festung Kniepass ist, entgegen schriftlicher Hinweise, nie umkämpft.
Ab 1830 wohnten wieder Familien im alten Gemäuer. Zuletzt bis zum Jahr 1965 Johann und Genoveva Pletzer
(Für ihre letzten Jahre finden sie noch eine bescheidene Wohnung im jetzt nicht mehr stehenden alten Postgebäude.1969 stirbt Genoveva, Johann zieht ins Altenheim nach Leogang. Er stirbt 1971. Begraben sind beide in Unken.
Die Pletzerleute wohnten im Mannschaftsgebäude. Das Torgebäude diente als Stall für zwei Ziegen.
Die gegenwärtige Rauchküche war ein Abstellkammerl. Der große Raum im Erdgeschoss wurde für Küche, Stube und durch Wände abgetrennt als Schlafraum der Eltern genutzt. Für Hans, Georg, Kathi und Silvia dienten die zwei Räume im Obergeschoss zum Schlafen. Alles war äußerst bescheiden. Heizbar war die Stube nur mit dem Herd. Das Tageslicht kam durch kleine Fenster. Elektrisches Licht und Wasser fehlten. Das Wasser musste von eine dürftigen Quelle bei der Pfannhauswand und bei längerer Trockenheit von der Saalach zugetragen werden. Der Zustand dieser Wohnverhältnisse ist heute kaum vorstellbar, dazu noch der alte steile Pfad vom gegenwärtigen Schießstand. (Lt. Gespräch mir dem Enkel Ernst Pletzer, geb. 1933 in Unken, jetzt wohnhaft in Höglwörth.)
Vor dem Ersten Weltkrieg wird die Wiener Straße neu trassiert. Sie verläuft nun nahe zur Saalach. Die alte Trasse führte von Oberrain herunter kommend vorbei beim Schmiedrupp, Eichenschmied und x schmied, von dort über den Unkenbach zum Lukas, hinauf zum Wegmacherhäusl bzw. zum Schranken, dann hinunter zum alten Abschnitt bei der Rosskogelwand, weiter hintern Lukaseinfang hinauf nahe zur Festung und dann wieder herunter zur kleine Saalachkolke mit den Bildern. Durch die Begradigung bzw. Verbreitung unter der Festung ist die alte Trasse kurz unterbrochen. Alte Randsteine sehen noch nahe beim Schranken und standen nahe bei der Festung
In den letzten April- und den ersten Maitagen 1945 wurden unterhalb der Festung auf der Straße Panzersperren angelegt. Sie kamen nicht mehr zum Einsatz.
Am 4. Mai kapitulierte die Heeresgruppe Süd der Deutsche Wehrmacht unter Feldmarschall Alfred Kesselring in Alm am Hochkönig.
Zu Kämpfen kam es aber noch am 5. Mai im unteren Saalchtal, in Fronau, in Jettenberg und in Schneizlreuth. Von Baumgarten schossen Amerikaner zu obigen Ortschaften und von Unken die Waffen - SS. Nahezu zehn Tote waren zu beklagen. Ein Feldwebel, ein Gefreiter und ein Soldat der Deutschen Wehrmacht fanden ihre letzte Ruhestätte neben der Kriegerkapelle in Schneizlreuth. Die gefallenen Franzosen (!), dabei auch Marokkaner (!), wurden später exhumiert. Deren erste Gräber gäbe es noch zu erkunden. Einschläge von Grantsplitter der Amerikaner waren in Fronau beim Spitzerbauer zu sehen und Grantsplittereinschläge aus Unken finden sich noch heute in einem Schrank des Schneizlreutherwirts.
Alle Brücken ab Baumgarten wurden von der sich zurückziehenden Waffen - SS gesprengt. Bei der Sprengung der Saalachbrücke der Alpenstraße fand der Bürgermeister von Schneizlreuth den Tod. Eine Tafel erinnert an diesen 5. Mai 1945. Ein großer Sprengtrichter bei der Bodenbergstraße hinderte kurzzeitig das Vordringen der 101 US Luftlande - Division, die von Inzell kommend das Saalachtal erreichte. Beim Sprengtrichter am Bodenbühl treffen sich am selben Tag ein amerikanischer Spähtrupp auf eine deutsche Nachhut. Ein GI bot einem deutschen Soldat einen Schluck aus einer Kognakflasche an. Beide tranken auf den Frieden und trennten sich wieder. (Lt. Zeitzeugen Johann Willreit, Unken)
Weitere Nachhutgefechte gab es am 6. Mai noch in Weißbach bei Lofer. Dort stand die sich zurückziehende Waffen-SS den vom Hirschbichl kommenden französischen Kräften gegenüber. Die Kämpfe in Hintertal erforderten den Tot eines französischen und zehn deutscher Soldaten.
In Unken nahmen am 7. Mai Saldaten der 101. Luftlande - Division Quartier denen im Juli die der Regenbogendivision, der 42. US – Infanterie – Division folgten.
Am 8. Mai um 22:00 Uhr kapitulierte in Berlin/Karlshost die Deutsche Wehrmacht bedingungslos. In Moskau zeigte der Kalender den 9. Mai an.

Beim Kniepass erinnern fünf Kleindenkmale an die Vergangenheit: An der Rosskogelwand die Tafel von Markus Sittikus (1614) und das Regenbogenzeichen der Regenbogendivision (1945), auf der Festungsmauer das Wappen Paris Lodrons (1648), in der großen Kolke eine Tafel an Dr. Norbert Nußbaumer (1998) und in der kleinen Kolke unmittelbar an der Straße, die gemalten Bilder der hl. Maria und des hl. Antonius jeweils mit dem Jesuskind (1916 ?). Die Gedenktafel (Markus Sittikus), die Festung Kniepass und die Felsbilder stehen unter Denkmalschutz.
1981 erwirbt das Land vom Bund die Anlage. Das Anliegen Mag. Helmut Adler, Kustos im Kalchofengut, in der Festung ein Museum zu errichten, wird verwirklicht. Beide Gebäude werden ab 1988 umfangreich saniert, elektrisches Licht und Wasser werden zugeleitet. Der 1990 errichtete Ufersammlers des Reinhalteverbandes „Unteres Saalchtal“ ermöglicht auch die Abwasserentsorgung. Für die Kosten kommt das Land mit ATS 1,700.000 und das Bundesdenkmalamt mit ATS 300.000 auf.
Mit Datum 1. Juli 1991 stellt das Land Salzburg die Festung Kniepass als Leihpacht dem „Museumsverein Festung Kniepass“ für fünfundzwanzig Jahre, bis 30. Juni 2016, zur musealen Nutzung zur Verfügung (s. o.).

Im Sommer 1991 eröffnet Landtagspräsident Dr. Helmut Schreiner mit der Ausstellung „Felsenritzbilder im unteren Saalachtal“ bei großer Teilnahme der Bevölkerung das Museum Festung Kniepass.
Unken und der Museumsverein Festung Kniepass erfreuen sich eines bedeutenden historischen Gebäudes und wissen es verantwortungsvoll zu nutzen.
Von der Bundesstraße führt auf die Höhe nur ein steiler Weg. Gegenwärtig steht die Planung einer Straße von der Schießstätte des Schützen- und Jägervereins an. Von dort kann die Festung auf einem schmalen Pfad erreicht werden.
Bauten Festung Kniepass in Unken
Ein Torgebäude, ein Mannschaftsgebäude und eine den weiten Hof umfassende Mauer nehmen die Höhe der Kuppe unmittelbar vor der Pfannhauswand ein.
Im Torgebäude sind die Rezeption (!) und eine kleiner Abstellraum untergebracht. Der Dachboden dient als Stauraum. Im Mannschaftsgebäude liegt nahe am Eingang eine Rauchküche, anschließend der große Mannschaftsraum. Im Obergeschoss befinden sich zwei abschließbare Räume. Das Dachgeschoss ist ausgebaut.
Im Freiraum ermöglicht eine am unteren Ende liegende Bühne Darbietungen verschiedener Art.
An der Umfassungsmauer erinnert eine Tafel mit Wappen an den Landesherrn Paris Lodron und der Zahl 1648 an das Jahr der Fertigstellung.
Sammlung Festung Kniepass in Unken
Im Mannschaftsgebäude befinden sich, in Vitrinen gut verwahrt, das urgeschichtliche und das historische Sammelgut.
Davon sind die ausgestellten Steinabschläge aus der Altsteinzeit, dem Jungpaläolithikum, datiert 10.000 (+ -) v. Chr., wahrscheinlich hinterlassen von Jägern, die ältesten Funde der Humangeschichte im Land Salzburg (s. o.).
Artefakte aus der Bronze- und der Hallstattzeit sind weitere wertvolle Ausstellungsstücke. Dazu zählen Waffen, Keramiken, Tierknochen. Keltenfunde fehlen. Aus der Römerzeit stammen „Terrasigillata – Gefäße“ und Gefäße aus heimischem Ton. Gefunden in St. Martin b. Lofer.
Kanonenkugeln u. a. Militaria aus der Zeit der „Franzosenkriege“. Eine große Zahl von Tonpfeifenteilen, gefunden am Fuß des Berges, ausführlich beschrieben, stammen aus dem 18. Jahrhundert.
Im offenen Teil des Ober- und des Dachgeschosses bilden Gipsabdrücke von Felsenritzbildern aus dem unteren Saalachtal den zweiten Teil des Museumsbestandes. Die zwei abschließbaren Kammern dienen als Depot.
Das gesamte Museumsgut wird nach dem Gründer des Museums „Sammlung - Helmut - Adler“ genannt.
Mag. Helmut Adler, Anreger des Museumsvereine und Gründer zwei Museen, war Tierarzt und Archäologe. Er besuchte an der Universität Salzburg Vorlesungen und Seminare bei Dr. Martin Hell. Noch vor seinem Tod 2002 verlagerte H. Adler das archäologische Sammelgut vom Heimathaus Kalchofengut zur Festung (s. u.).
Ausblick Festung Kniepass in Unken
Eine erweiterte Darstellung des Mittelalters und der Neuzeit bildet die zukünftige Aufgabe der Museumsverwaltung.
Die gegenwärtige Sammlung ist, bedingt durch den Mangel an Gegenständen, bescheiden. Zu den archäologischen und historischen Ausstellungsstücken kommen Schautafeln, Bilder und Texte um den Besuchern die Geschichte der Heimatgemeinde Unken nahe zu bringen.
Vor allem die Ortschroniken „Bei uns in Unken“ von Ludwig Hohenwarter / Siegfried Schmidt und „Das Bäuerliche Unken“ verfasst von Josef Friedl vermitteln umfangreiche Einsichten in die vergangenen Zeiten.
Offen sind mehrere Themen u. a. „Holzwirtschaft in Unken vom Mittelalter bis heute“ (s. Holzknechtmuseum in Ruhpolding).
Anderswärtige Nutzungen der Anlagen
Seit 1998 wird jährlich im Juli das „Rubberfreshtival“ des Kulturvereins Binogl Lofer abgehalten. Der Schützen- und Jägerverein Unken hält im April seine jährliche Feldmesse ab.

Ansicht vom Torgebäude zum Mannschaftsgebäude.
Im Sommer 2008 stand dem der Verein „Therapeutische Europäische Heilkunde“ (TEH) ein Raum im Mannschaftsgebäude zur Verfügung.
Der gegenüber dem Land verantwortliche Obmann ist offen für die Anliegen der Vereine. Die Museumsfunktion darf jedoch nicht beeinträchtigt werden.
2. Abschnitt
Für das Verständnis der urgeschichtlichen Sammlung erforderliches Wissen:
Die Entstehung der Welt
Im ersten Buch Mose, 1. Kapitel steht: Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und Gott sprach: Es werde Licht. Das Licht nannte er Tag und die Finsternis Nacht. Das ward der erste Tag.
Und Gott nannte das Trocken Erde und die Sammlung des Wassers nannte er Meer. Das ward der zweite Tag.
Am dritten Tag ließ er auf der Erde Gras und Kraut wachsen und Bäume die Frucht tragen mit Samen.
Und seine Lichter schienen auf Erden. Ein großes Licht und ein kleines Licht, dazu auch Sterne, am vierten Tag.
Gott schuf die Tiere im Wasser und auf der Erde und sprach, seid fruchtbar und mehret euch. Das ward der fünfte Tag.
Gott sprach, lasst uns Menschen machen und schuf sie, einen Mann und ein Weib. Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und macht sie euch untertan.
Und Gott sah an allem, es war gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag.
Neben der jüdischen Schöpfungsmythologie des Orients gibt es weltweit andere.
Nach dem Wissen von heute entstand die Welt, das Universum, der Kosmos nach dem „Urknall“, vor 15 Milliarden Jahren und das Sonnensystem mit der Erde vor 4 1/2 Milliarden.
Das Leben dürfte im Meer vor 3 ½ Mia. Jahren entstanden sein. Vor 6 Mio. Jahren spalteten sich die Menschartigen, die Hominiden von den Affenartigen, den Pongiden ab. Der Jetztmensch, der Homo sapiens (s. u.), hat sich vor 1 Mio. Jahren aus Ostafrika kommend über Asien, Australien, Europa und vor 35.000 Jahren über Amerika verbreitet haben. Die Antarktis ist noch heute unbesiedelt.
Eiszeiten (Abschnitte der Erdgeschichte)
Günzkaltzeit 640.000 – 540.000 v. heute
Zwischeneiszeit
Mindlkaltzeit 470.000 – 370.000 v. heute
Zwischeneiszeit
Rißkaltzeit 230.000 – 130.000 v. heute, verfestigte Moränen, Konglomerat Enterachen
Zwischeneiszeit
Würmkaltzeit 115.000 - 15.000 v. heute, lockere Moränen des Saalachgletschers in vielen Orten.
Menschheitsgeschichte
Homoarten der Entwicklung (Evolution), Auswahl
Homo erectus, der aufrechte Mensch, Indonesien vor
1,2 Mio. Jahren,
Homo heidelbergensis, Heidelbergmensch, Deutschland vor 600.000 Jahren,
Homo neanderthalinsis, Neandertaler, Deutschland 200.000
Homo sapiens, der kluge Mensch, der „Jetztmensch“ 1.2 Mio. Ostafrika, in Europa 30.000 v. heute (s. o.)
Mit dem Fund des Neandertalers im Neandertal (Ruhrgebiet) 1856 beginnt die Erforschung der Menschheitsgeschichte. Laufend neue Funde erschließen immer bessere Erkenntnisse der Evolution des Menschen.
Urgeschichte
Schriftlose Abschnitte der Menschheitsgeschichte
„Die meisten Heimatmuseen besitzen urgeschichtliche Funde aus der näheren Umgebung“ www.aeiou.at
Steinzeiten:
Altsteinzeit, Paläolithikum 2,4 Mio. älteste Funde vom Homo, von Menschen.
In Österreich älteste Funde 300.000 v. Chr. Um 30.000 v. Chr. trifft in Europa der Homo sapiens, der „Jetztmensch“, auf den älteren Homo neanderthalensis, den „Neandertaler“ (s. o.)
Die ältesten Kulturgüter von Österreich sind die Venus vom Galgenberg 30.000 und die Venus von Willendorf, 25.000 Jahre. 
In Unken finden sich im Museum Festung Kniepass Steinklingen aus der Altsteinzeit, dem Paläolithikum, datiert
10. 000 +/- 1.000 v. Chr., als ältester Fund der Menschheitsgeschichte des Landes Salzburg (s. o., s. u.)
Mittere Steinzeit, Mesolithikum ab 8.000 v. Chr., der Mensch hält Tiere.
Jungsteintzeit, Neolithikum ab 6.000 v. Chr., der Mensch betreibt Ackerbau.
Kupfersteinzeit, Übergang ab 3.500 v. Chr.
„Ötzi“, 5.300 Jahre alte Gletschermumie, der „Mann aus dem Eis“, der „Mann vom Hauslabjoch“. Bergung 1991
Metallzeiten, der Mensch nutzt Erze:
Kupferzeit, ab 3.000 v. Chr. Kupferschmelze in Mühlbach a. H.
Am Götschenberg in Bischofshofen wird zu Beginn des 4. Jahrtausends aus Kupfererz Kupfer gewonnen und zu Schmuck, Nadeln, Blech u. a. verarbeitet. Transport durch das Saalachtal nach Norden möglich.
Bronzezeiten
(Bronze Legierung von Kupfer und Zinn)
Himmelsscheibe von Nebra (Sachsen Anhalt) 3.500 Jahre alt, einer der bedeutendsten Funde in Europa (Kupfer vom Götschenberg).
Frühe Bronzezeit, (Hockergräberkultur) ab 2.200 v. Cr. Pfahlbauten im Mondsee,
Mittlere Bronzezeit (Hügelgräberkultur) ab 1.600 v. Chr., Brandbestattung, wenig Siedlungsspuren
Späte Bronzezeit (Urnenfeldkultur) ab 1.200 v. Chr., Töpferscheibe bekannt, wenig Siedlungsspuren
Eisenzeit
Jüngste Epoche der Urgeschichte
Hallstattkultur 800 – 400 v. Chr. benannt nach den Funden in Hallstatt, gegliederte Gesellschaft mit Adel, entwickeltes Handwerk, Handelsbeziehungen mit dem Süden und dem Norden (Schnabelkanne vom Dürrnberg 5. Jhd. v. Chr., Salzburg Museum)
La –Tene – Kultur 400 – 15 v. Ch. In Mitteleuropa siedeln die
Kelten. Siedlungen am Magdalensberg (Kärnten), am Dürrnberg, am Biberg Saalfelden; Königsreich Noricum, Stamm der Noriker; Keltenmuseum in Hallein, Museum am Magdalensberg, Heimatmuseum -Schloss - Ritzen*, Saalfelden.
*(„Die Siedlung auf dem Biberg bei Saalfelden war zweifellos die Stammburg, der Sitz des Stammesfürsten der keltischen Ambisonten . Es ist anzunehmen, dass der Biberg in dieser Periode mit starken Befestigungen versehen war, ob in Form von Palisaden oder bereits einer Steinmauer, kann nicht eindeutig geklärt werden. Von besonderer Bedeutung sind die zahlreichen Fundgegenstände aus Eisen, vor allem Werkzeug und Geräte wie Meißel, Ahlen, Bohrer, Äxte sowie Messer in jeder Größenordnung. Die Kelten galten nicht nur als ausgezeichnete Schmiede, sondern sie verstanden es auch, vorzüglich Eisen, mittelhartem Stahl entsprechend, herzustellen, das ob seiner überragenden Qualität auch in Rom sehr gefragt war.“ Hirsch vom Biberg, Bronzestatuete 11 cm.)
Einzeln angeführte Fundstücke
Altsteinzeit
Fundstücke
+Halbhöhle Oberrainknogel Rastplatz von Jägern,: Bergkristallstücke, Silexbrocken, „Klingen“, kleine Messerchen, Kratzer, Schaber und Bohrspitzen
Kleingeräte aus Hornstein, zehn Nukelei (Hornsteinknollen) fünfzehn Bleikristallstücke und ca. kleine und kleinste Abschläge und Ablisse aus Feuerstein, ausgeglühte Adlerkralle und kleinste Knochenfragmente.
Altersbestimmung: 9.400 (+/- 430) v. Chr. bzw.11. 000 +/- 1.000 v. Chr., Allerödinterstadial Wärmeperiode (Halbhöhle bei Straßenbau 1998(!) abgesprengt).
Bronzezeiten
Fundstücke:
+Halbhöhle südlich der Festung Kniepass, 25 m oberhalb der Straße
Felsritzung „12 – strahliges Sonnenrad“ Ende der frühen Bronzezeit
Keramik der frühen Bronzezeit
Lanzenspitze aus Bronze, Umfeld Unken ( Lizelbach / Steinbach
Bronzeschwert, oberhalb Hallenstein
Lappen aus Bronze, Loferer Becken
Lanzenspitze, Messer, hakenförmiges Gerät, Luftenstein
Bronzeschwert, mittlere Bronzezeit, St. Martin bei Lofer,
Ringbarren aus Kupfer, Reichenhaller Becken
(Nach Helmut Adler in: Bei uns in Unken Vergangenes und Gegenwärtiges aus einem Dorf inner Gebirg, S. 31 ff.)
Zeit der Kelten
s. o.
Im Raum Unken keine Funde
Altertum
Römerzeit, ab 15. v. Chr.
Die Römer stoßen bis zur Donau vor, errichten Straßen (u. a. durch das Salzachtal), militärische Anlagen (u. a. bei Wien), Städte (u. a. Juvavum, Salzburg) und ländliche Siedlungen (u. a. Gumping ?)
Fundstücke: Gefäße aus heimischen Ton und aus Terrasigilatta
Mittelalter ab 400 n. Chr.
Im 5. Jhd. ziehen sich die Römer wieder nach Süden zurück und die Bajuwaren, ein germanischer Stamm, siedeln im Alpenvorland und in den Alpen.
Im Raum Unken werden vorerst die Wälder für die Salinen in Reichenhall genutzt.
Im 9. Jhd. beginnt die Rodung der Wälder und in den folgenden Jahrhunderten folgt die Besiedlung.
Ende des Mittelalters ist mit rd. hundert Gütern und einem Gotteshaus die erste Besiedelung abgeschlossen
(siehe Leitinger J., Unken, Geschichte…. kurz gefasst in: Kniepass – Schriften, H. 29).
Neuzeit ab 1496
Das Pfleggericht Lofer (Steinpass bis einschließlich Unterweißbach) mit seinen Zechen ist die eine Verwaltungseinheit des Erzstifts Salzburg.
(Die einzelnen Jahrhunderte vom 16. bis zum 20. Jahrhundert siehe Leitinger J., Unken, Geschichte…..kurz gefasst)
Fundstücke: Tonpfeifen vor der „Franzosenzeit“, Militaria aus der „Franzosenzeit“
Reichliches nicht bearbeitetes Fundmaterial in den Schränken
Die Kopien der Felsritzbilder, aus dem unteren Saalachtal der letzten Jahrhunderte verdienen besondere Aufmerksamkeit, wenngleich sie nicht leicht erfassbar sind.


